AugenZentrum Siegburg
MVZ ADTC Siegburg GmbH

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Vitrektomie (Glaskörper-Operation)
2014-07-23

Bei einer Vitrektomie wird der Glaskörper aus dem Augeninneren entfernt. Dies ist gefahrlos möglich, langfristig ist das Augeninnere nach einer solchen Operation mit augeneigener Flüssigkeit gefüllt.

Eine Vitrektomie kann notwendig sein bei Trübungen des Glaskörpers durch Blut oder andere Ursachen, bei diabetischer Netzhauterkrankung, bei Netzhautablösung, bei Membranbildungen auf der Netzhautoberfläche (Macular pucker, epiretinale Gliose), bei Lochbildung der Netzhautmitte (Makulaforamen) und anderen selteneren Netzhauterkrankungen.

Mit der heutigen modernen nahtlosen 25G Technik erfolgt diese Operation im Augeninneren unter Sicht mit einem Mikroskop unter Verwendung feinster Instrumente über drei kleine, weniger als 1 mm große Öffnungen. Dabei wird zunächst der Glaskörper entfernt. Anschließend werden etwaige Auflagerungen auf der Netzhaut (Membranen, Macular pucker) mit feinen Pinzetten entfernt. Mit Hilfe eines Farbstoffs werden diese Veränderungen auf der Netzhaut sichtbar gemacht und deren komplette Entfernung kontrolliert. Die Netzhaut wird dann sorgfältig auf andere Veränderungen, insbesondere auf Netzhautlöcher untersucht. Wenn erforderlich, z.B. bei Netzhautlöchern oder bei diabetischer Netzhauterkrankung, kann eine Laserbehandlung während der Operation erfolgen (Endolaser). Am Ende der Operation kann es je nach Situation notwendig sein, den Glaskörperraum vorübergehend mit Gas oder Silikon zu füllen, um die Netzhaut in ihrer Heilung zu unterstützen. Gas wird nach der Operation schrittweise durch augeneigene Flüssigkeit ersetzt, Silikon muss in einem weiteren Eingriff entfernt werden.

Wesentliches Risiko insbesondere bei Patienten über 50 Jahren ist eine schnellere Entwicklung einer Katarakt (Grauer Star) nach einer Vitrektomie, so dass bei Augen mit natürlicher Linse und schon beginnender Katarakt in der Regel eine Katarakt-Operation gleichzeitig mit der Vitrektomie erfolgt. In diesem Fall erfolgt zuerst die Katarakt-Operation und dann die Vitrektomie. Um eine Nachstarbildung und damit einen späteren Nachstar-Laser dauerhaft zu vermeiden, wird die Hinterkapsel der Linse während der Vitrektomie zentral ausgeschnitten.

Eine Vitrektomie, ggf. in Kombination mit einer Katarakt-Operation, kann ambulant in Vollnarkose oder örtlicher Betäubung durchgeführt werden, die Vor- und Nachteile der Narkoseverfahren sind abhängig von der individuellen Situation und werden daher individuell besprochen.

Die Ergebnisse einer Vitrektomie sind abhängig von der Grunderkrankung und bestehenden Vorschäden der Netzhaut. Die Netzhaut heilt langsam, daher ist der Heilverlauf nach einer Vitrektomie in der Regel langsamer als nach einer Operation des Grauen Stars. Bei Erkrankungen, die die Makula betreffen, kann es aufgrund der langsamen Regeneration der Sinneszellen der Netzhaut bis zu einem Jahr dauern, bis die endgültige Sehschärfe erreicht wird.